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Masterarbeit: Nikolaj Lawniczak „TONPAPIER“ Audiovisuelles Projekt mit dem Medium Papier als Grundlage zur Klangerzeugung

Abstract Musik und Papier haben im Grunde nichts miteinander zu tun. Zwar ist es möglich, Informationen mit Hilfe von Noten zu Papier zu bringen, die wiederum in Musik übersetzt werden können, nicht jedoch die Musik selbst. Eine Möglichkeit, Papier und Musik dennoch zu verbinden ist, das Papier selbst zum Instrument bzw. zur Soundquelle werden zu lassen und daraus ein ganz eigenes Klangbild zu kreieren, das neben zahlreichen Möglichkeiten der Schallerzeugung mit diesem Medium auch die akustische Struktur von Papier erlebbar macht. Ein weiterer Aspekt, den es zu bedenken gilt, ist jener der stetig abnehmenden Verwendung von Papier als Kommunikationsmittel und der Ablösung durch digitale Formen des Informationsaustauschs. Das Medium, das nicht nur als Schreibunterlage und bedruckbarer Untergrund gedient hat, sondern mit dessen Hilfe auch entscheidende gesellschaftliche Veränderungen ermöglicht wurden, wird nun immer mehr zu reinem Verpackungsmaterial degradiert, da der Großteil des Informationsaustausches über andere Kanäle abläuft. Es wurde noch nie soviel Papier benötigt wie jetzt, aber der Anteil von diesem Medium im Bezug auf den gesamt stattfindenden Kommunikationsaustausch, ist wahrscheinlich so gering wie schon lange …

Michael Wirthig

  Michael Wirthig Installation / Film 1:34, 2009.   Eine analoge Spiegelreflexkamera wird so lange zerlegt, bis sich kein Teil mehr weiter auseinander nehmen lässt. Alle Einzelteile wurden gereinigt, untersucht und auf 35 mm Kleinbild abfotografiert. Durch die Projektion des Films wird die Kamera selbst zum Film und es entstehen aus den fotografischen Einzelbildern neu codierte Kinolaufbilder.

Anna Margit Erber

Trigger Factor Anna Margit Erber Experimentalfilm, HD Pal, 16:9, Stereo, 11 Min., 2012 Zeitbasierte Medien In TRIGGER FACTOR – Die symbolische Traumerinnerung und der mediatisierte Tagesrest – wird der Erinnerung eines mediatisierten Traumes nachgespürt und mittels verschiedener analoger und digitaler Techniken visuell nachempfunden. Zur Darstellung der symbolischen Traumerinnerung werden unterschiedliche Filmmaterialien in Super 8 und 16mm verwendet, für die visuelle Realisierung des mediatisierten Tagesrestes dienen Collagierungen von Medienbildern und -texten aus Zeitungen und Magazinen, die mittels Klebestreifen auf 16 mm Klarfilm transferiert, projiziert und digitalisiert wurden. Diese Traumelemente bilden die Basis für die assoziative Montage und Zusammenstellung. Als Inspiration für TRIGGER FACTOR diente Anna Margit Erber der aus der Freud ́schen Terminologie stammende Begriff des »Tagesrest« – eine psychische Instanz, die aus den Sinneseindrücken des Tages gewonnen und als Rohstoff zur Traumgenerierung verwendet wird.

Lukas Marxt

Four by Lukas Marxt Film | 4:47 min.   Four by verwendet einen 6 Sekunden langen Ausschnitt eines Super 8 mm Filmes. Dieser wird immer wieder geloopt, neu arrangiert und bedient sich im Laufe des Filmes verschiedener Formate und damit auch unterschiedlicher Seitenverhältnisse. Das Material stammt aus einem HomeMovie der 70er Jahre. Ein Junge schaut zurück in seine eigene Vergangenheit, gebannt auf diesen Super 8 Film. Das alte Format verliert an Bedeutung und schafft eine Brücke zwischen HomeMovie und dem narrativen Film.