2013 Land der Lämmer

Ein dramatisches Kaleidoskop zum 12. März 1938

Projekt von Gerhard Willert und Studierende der Kunstuniversität Linz begleiten den Entstehungsprozess des Stückes und entwickeln Konzepte der medialen Erweiterung.

Künstlerische Leitung: Gitti Vasicek, Joachim Smetschka
Beteiligte KünstlerInnen: Christoph Frey, Gregor Göttfert,
Musik Wolfgang „Fadi“ Dorninger

Texte von Thomas Arzt, Martin Crimp, Franzobel, Barbara Grinberg, Mieze Medusa, Falk Richter, Robert Schindel, Betty Shamieh, Gerhild Steinbuch und Michel Vinaver
Auftragswerke des Landestheaters Linz

„Anschluss“. Ein Wort, das aus der Sprache gefallen ist. Das sich nur mehr aussprechen lässt, um es selbst als Problemwort auszustellen. Zwischen Anführungszeichen. Kein problemloses Aussprechen, gerade dort, wo es eine Harmlosigkeit vortäuscht. Die Sprache hat ihre Geschichte. Wie lässt sich also darüber sprechen? Heute. Über „den Anschluss“. Hier stellt sich die Gretchenfrage der österreichischen Republiksgeschichte. (Thomas Arzt)

Im April 2013 wird in Linz das neue Musiktheater eröffnet – an einem neuralgischen Erinnerungsort der österreichischen Geschichte. 75 Jahre nach dem sogenannten „Anschluss“, der den Beginn der NS-Herrschaft in Österreich 1938 markiert, überlappen sich an dieser Stelle Vergangenheit und Gegenwart. Adolf Hitler hatte in den Plänen zur „Patenstadt Linz“ eben denselben Ort an der Linzer Blumau für ein Opernhaus vorgesehen. Eine Überlappung, die zur Auseinandersetzung auffordert.
Das Linzer Landestheater hat zehn Autorinnen und Autoren unterschiedlichster Herkunft und unterschiedlichsten Alters beauftragt, über den „Anschluss“ zu reflektieren. Unter dem Titel Land der Lämmer entstand ein vielschichtiges Feld von Texten. Wie in einem Kaleidoskop fixieren die Autorinnen und Autoren verschiedene Brennpunkte des historischen Ereignisses und seiner Geschichtsspuren, die bis in die Gegenwart führen.

In Österreich ist ein zuweilen schockierend leichtfertiger Umgang mit diesem faschistischen Erbe möglich. Warum? In dieser Wunde will ich bohren. Leidenschaftlich und lustvoll. Meine Freunde auch. Ob sie nun Österreicher sind oder nicht. Ja dürfen die das? Sie müssen. (Gerhard Willert)

 

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