2012/13 Lebensläufe

Karin Berger

 

MATERIAL INTERVIEW –
Zwischen Kunst und Dokument

Interviews sind immer wieder faszinierendes Material, sowohl im Dokumentarfilm als auch in der Kunst.

Diese Lehrveranstaltung geht der Frage nach: Welches Potential können Interviews entwickeln und welche Möglichkeiten der Gestaltung eröffnen sie?
An sehr unterschiedlichen Filmbeispielen werden Fragen diskutiert wie:
Welche Entscheidungen müssen vor dem Führen eines Interviews getroffen werden? Unter welchen Bedingungen kann dieses „Material“ entstehen? Wie wird es zu einem tragfähigen Bestandteil eines Filmes? Welche dramaturgischen Entscheidungen sind erforderlich, um Interviews in einen Film so zu integrieren, dass sie nicht den üblichen „talking heads“ entsprechen? Und: Was spricht das Bild?

Auf der Basis dieser Auseinandersetzung werden im Rahmen der Lehrveranstaltung zu einem bestimmten Thema selbst Interviews geführt und in einem maximal 15minütigen Film gestaltet. Die Form ist frei. Einzige Bedingung: Mindestens ein Satz des Interviews muss im Film aufscheinen. Eventuell werden die Filme zu einem gemeinsamen Werkstück montiert.

Karin Berger ist  Regisseurin, Autorin und Lehrende. Sie studierte Ethnologie und Politikwissenschaft in Wien, absolvierte längere Studienaufenthalte in den USA und in Belém/Brasiien und arbeitete anschließend als freiberufliche Journalistin und Forscherin. Während dieser Zeit entstanden erste Arbeiten auf Super-8 und die Konzentration des Interesses auf Dokumentarfilm.  Mitte der 80er Jahre erschien der erste abendfüllende, in kollektiver Arbeit mit einer Projektgruppe hergestellte  Dokumentarfilm Küchengespräche mit Rebellinnen, der sich dem Widerstand österreichischer Frauen gegen das NS-Regime widmet.
Karin Bergers Filme setzen sich häufig mit zeitgeschichtlichen und frauenspezifischen Fragen auseinander, oft ist ihr Erscheinen mit der Publikation von Büchern verbunden. So erschien zum Thema des weiblichen Widerstandes Der Himmel ist blau. Kann sein. Die beiden Filme mit Ceija Stojka Ceija Stojka – Porträt einer Romní und Unter den Brettern hellgrünes Gras waren von der Herausgabe der Bücher Wir leben im Verborgenen und Träume ich, dass ich lebe? begleitet.
Ihr letzter Film Herzausreisser – Neues vom Wienerlied thematisiert neue Bezüge zu traditioneller Wiener Musik und gibt sowohl Einblicke in musikalische Welten als auch in die damit verbundene Wiener Mentalität.
Karin Berger hat längere Zeit am Schwerpunkt Visuelle Zeit- und Kulturgeschichte der Universität Wien praktische und analytische Zugänge zum Dokumentarfilm unterrichtet, sie gibt Lectures und Workshops zu Dokumentarfilm, kuratiert dokumentarische Filmreihen und arbeitet weiterhin an Filmprojekten.

http://www.karinberger.at

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